Station I von VIII
Das Jahr der drei Meister
Drei Männer kamen im selben Jahr zur Welt:
- Einer wurde Kantor an einer Leipziger Schule, zeugte zwanzig Kinder und hinterließ eine unvollendete Fuge.
- Einer ging nach London, wurde dort gefeierter als daheim, und bei einem bestimmten Chorsatz erhebt sich bis heute das Publikum.
- Einer stammte aus Neapel, diente in Madrid und schrieb 555 Sonaten für Tasteninstrument.
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Der Zweite schrieb den „Messias“. Das Geburtsjahr liegt kurz vor dem Ende des 17. Jahrhunderts. Die Widmung nach Brandenburg umfasste weniger als zehn Konzerte.
Station II von VIII
Der letzte Eintrag
Ein Wiener Botaniker ordnete gut siebzig Jahre nach dessen Tod das Werk eines Salzburgers. Der allerletzte, unvollendet gebliebene Eintrag trägt eine Nummer.
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Das Verzeichnis trägt den Namen des Botanikers, abgekürzt mit zwei Buchstaben. Der letzte Eintrag ist eine Totenmesse. Die Sinfonie hat mit einem Paukenschlag zu tun.
Station III von VIII
Zwei Geburten, ein Haus
Im selben Jahr wurden zwei Opernriesen geboren: einer starb in Venedig, der andere wurde in Italien als Nationalheiliger verehrt.
Jahre später eröffnete der Erste in einer fränkischen Kleinstadt sein Festspielhaus – mit einem vierteiligen Werk über einen verfluchten Reif.
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Die Kleinstadt heißt Bayreuth. Das Werk ist der „Ring des Nibelungen“; die Festspiele begannen mit seiner ersten Gesamtaufführung.
Station IV von VIII
Skandal und Stille
In Paris führte ein russisches Ballett über ein heidnisches Opferritual zu Tumulten im Saal.
Knapp vier Jahrzehnte später setzte sich in Woodstock, New York, ein Pianist an den Flügel und spielte drei Sätze lang keinen einzigen Ton.
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Das Ballett ist „Le sacre du printemps“. Die Stille dauert vier Minuten und dreiunddreißig Sekunden. Der Wiener heißt Schönberg.
Station V von VIII
Die blaue Stunde
Ein Trompeter nahm 1959 ein Album auf, das als meistverkaufte Jazzplatte gilt – fast ohne Proben, weitgehend modal.
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Der Trompeter ist Miles Davis. Der Saxofonist heißt John Coltrane; seine Suite ist „A Love Supreme“.
Station VI von VIII
Der letzte Zebrastreifen
Zwei Alben derselben Band: eines mit einer fiktiven Blaskapelle auf dem Cover, eines mit einem Fußgängerüberweg vor dem Studio – letzteres das letzte, das alle vier gemeinsam einspielten.
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Die Band kommt aus Liverpool. Die Alben heißen „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band“ und „Abbey Road“.
Station VII von VIII
Autobahn, Ballons, Amadeus
- Vier Düsseldorfer schicken einen 22-minütigen Titel über die Fernstraße auf Platte.
- Eine Sängerin aus Hagen lässt Ballons steigen – in einer Zahl knapp unter hundert.
- Ein Wiener steht als erster deutschsprachiger Künstler auf Platz 1 der US-Charts – mit einem Song über den Komponisten aus Station II. Es zählt das Jahr, in dem er dort ganz oben stand, nicht das Erscheinungsjahr.
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Kraftwerk, Nena, Falco. Falcos Song erschien 1985 – die US-Spitze kam im Frühjahr danach.
Station VIII von VIII
Schwarz und weiß
Ein modernes Klavier hat eine bestimmte Anzahl Tasten.
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Pro Oktave fünf schwarze Tasten, und das Klavier hat gut sieben Oktaven. Die Gesamtzahl ist zweistellig und endet auf 8.
Geschafft, Toni.
Der Tresor ist offen. Und weil das amtlich sein muss, gibt es eine Urkunde – zum Speichern, Ausdrucken, Einrahmen oder Angeben.